Vietnam. Ja hier wurden schon Kriege gefochten. Man denkt so n kleines Land, aber hier wohnen mehr Leute als in Tschland. Die J und ich haben uns entschlossen die Nord-nach-Süden Tour (Hanoi-Saigon) zu machen. Abgeworfen über Hanoi, kämpfen wir uns nach Halong Bay per Bus und Drachenboat. Wenn da noch die Sonne geschienen hätte, wärst landschaftlich die Bombe gewesen. So war es meist wolkig und foggy und ohne Aussicht auf Sonne und Metbällchen. Dort haben wir eine Nacht auf einer einsamen Insel übernachtet (man gönnt sich ja nix) und ja zu zweit eine Million (Dong) versoffen! Na aber hallo – und das trotz happy hour
Who can challenge this?

Nach ein paar aufregenden Tagen in Hanoi, welche sich als wirklich schöne Stadt herausstellte gings dann mit dem Übernachtzug noch Hue (13 Stunden Fahrt für 680km), der ehemalige Hauptstadt und kulturelles Higlight. Zug war schon geil. Wir hatten die First class gebucht. Haben wir zumindestens gedacht…das war n grosser Bollerwagen auf Schienen. J konnte wenigstens etwas schlafen. Wir hatten ihr aber auch in einer freizügigen Apotheke (wie ne Getränkebar, nur man bestellt hat medizinische Cocktails) Vallium gekauft. Captain Gizen durft nicht, weil er Wache hat. Auf den festgeschnürrten Wertsachen gepennt…in Sachen Kriminalitätsvermeidung hätten die uns sicher ins Defense-All-Star Team gewählt. Nun überall wurde vor Langfingern gewarnt, im Besonderen vor sogenannten Bag Snatchern…Motorradgangs die gemeinsam Touristen einkreisen und die Taschen wegrippen. Aber nicht mit uns…wir sind da jetzt Profis.

Aber ansonsten muss man sagen, egal wo wir waren und bei welcher Tageszeit, ein ungutes Gefühl bezüglich Sicherheit hat uns nie wirklich beschlichen. Die Vietnamesen sind meist nett und freundlich, allerdings gibt es doch einige die nur dein bestes wollen – und das sind nunmal Dong oder noch besser US-Dollar mit dennen man auch alternativ bezahlen kann.
Und es gibt bis auf einige Ausnahmen keine Fixpreise. Das heisst, du musst bei jeder Cola, jedem Mars, jedem Donat handeln. Das macht teilweise Spass aber nach paar Woche gehts etwas auf den Wecker. An das Handeln muss man sich auch erstmal gewönnen. Erst muss man die westeropäischen Werte- und Qualitätsvorstellungen verabschieden und später auch sein gutes Gewissen über Bord werfen, um nicht immer über den Tisch gezogen zu werden. Also wir hatten echt Verhandlungen…das war schon echt Krieg, aber meist haben wir wahrscheinlich zu viel bezahlt. Egal uns war dann wichtig denn für uns richtigen und fairen Preis gezahlt zu haben. Dann waren meist beide Parteien zufrieden (die Vietnamesen ziehen am Schluss aber meist nen Flunsch als hätten se ihre Familie verkauft (was sie tun würden, wenn sie könnten
)).

Im Großen und Ganzen wars ein schöner Urlaub, landschaftlich und kulturell höchst interessant…und ja ist halt Asien und damit schon ein ganzes Stück anders (aber das wollten wir ja auch). Wie gesagt das teuerste ist der Flug (rund nen 1000er) und das Visum (80 Euro)…eine Hotelübernachtung kostet für ein schönes Doppelzimmer etwa 20 Euro (ein guter Betrag für eine schöne eigene westliche Toilette
) Essen kann man gut für 20.000 Dong (etwa 0.80 Euro) auf der Strasse. Im Restaurant sind wir angetrunken rausgegangen mit vollem Bauch für 5-10 Euro für zwei mit sehr guter Speisung (Königsgarnelen sind aber etwas teurer). Das Flair ist schon geil, die ganze Familie in den kleinen Häusern, die Stromleitungen aller Wohnungen kreuz-und quer über die Strasse gelegt. Hat was.
Gebettelt wurde nur sehr wenig, meistens wurden die Bettler gleich danach von Polizisten verwarnt, was mich vermuten lässt das es in Vietnam verboten ist. Dafür will dir jeder zweite (Rate liegt eigentlich noch höher) etwas verkaufen, dich wohin fahren, dich einquartieren, deine Schuhe putzen (J’s Schuhe hatten nen kleinen Fleck, da waren se wie die Fliegen jedesmal da, ich konnte durch FlipFlops dieses Problem stark abmildern
) oder dir Sehenswürdigkeiten zeigen. Ganz uneigennützig natürlich. Die kleinen Abzocker. Aber auch daran gewöhnt man sich

Tauchen waren wir auch, aber ich habs mir wohl durchs Great Barrier Reef versaut…irgendwie ist jetzt alles fahrblos und nicht mehr so artenreich 
Cool isses, dass die meisten Strassenstände auch selbstgebrautes Bier (Bia hoi) haben (Niels horch auf) und das für 3.000 – 6.000 Dong verkloppen. Teilweise sind wir gut getankt raus und haben für 8 Biers (waren nachmittags mal kurz weg) insgesamt 2 Euro bezahlt und da war das Trinkgeld schon mit dabei.
Vietnam – also auf jeden Fall ne Reise wert!